Betriebsfestigkeit und Mehrkörpersimulation

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 15.02.2026.

Modulkennung

11M1030

Niveaustufe

Master

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Sommersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Im Hinblick auf Kraftstoffeinsparung, größtmögliche Nutzlast etc. hat der Leichtbau insbesondere in der Automobilindustrie in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Neue Werkstoffe, neue Technologien und angepasste Bauweisen kommen verstärkt zum Einsatz. Neben der Berechnung der Bauteilbeanspruchung ist aufgrund der hohen Werkstoffauslastung die analytische und experimentelle Betriebsfestigkeitsanalyse unverzichtbar. Die Studierenden lernen Methoden kennen und anwenden, um Konstruktionen hinsichtlich eines möglichst geringen Materialeinsatzes zu optimieren und Lebensdauerabschätzungen durchzuführen.

Virtuelle Produktentwicklung wird in der Fahrzeugtechnik seit vielen Jahren mit zunehmender Tiefe eingesetzt. Ein wichtiger Baustein ist hierbei die Simulation des Fahrverhaltens von Fahrzeugen mittels Mehrkörpersimulation (MKS) mit Softwarepaketen wie MSC-ADMS. Die Ergebnisse werden z.B. benötigt, um Bauteilbelastungen für Finite-Element-Berechnungen zur Verfügung zu stellen, um Fahrwerke auszulegen oder um virtuell aktiv geregelte Fahrwerke zu entwickeln. Die Studierenden lernen die Grundlagen der Simulation linearer und nichtlinearer dynamischer Systeme und können einfache Anwendungen z.B. mit MATLAB/Simulink simulieren, sowie ein praktisches Problem mit einer MKS-Software lösen.

Lehr-Lerninhalte

1. Problemstellung der Betriebsfestigkeit

2. Betriebsbeanspruchung

   2.1 Klassierverfahren

   2.2 Lastkollektiv 

3. Beanspruchbarkeit

   3.1 Schwingfestigkeit

   3.2 Wöhlerlinie

   3.3 Einflussgrößen

4. Bemessungskonzepte

5. Rechnerische Lebensdauerabschätzung

   5.1 Schadensakkumulationshypothese

   5.2 Ersatzlastkollektiv

6. FKM-Richtlinie

   6.1 Statischer Festigkeitsnachweis

   6.2 Ermüdungsfestigkeitsnachweis

7. Simulation linearer und nichlinarer dynamischer Systeme 

8. Einarbeitung in eine MKS_Software

9. Anwendung einer MKS-Software auf ein praktisches Problem z.B. der Fahrwerksentwicklung

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30VorlesungPräsenz-
15Labor-AktivitätPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
40Arbeit in Kleingruppen-
15Erstellung von Prüfungsleistungen-
25Prüfungsvorbereitung-
25Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Portfolio-Prüfungsleistung
Bemerkung zur Prüfungsart

Die Portfolio-Prüfung umfasst 100 Punkte und besteht aus einer einstündigen Klausur (K1) und zwei Hausarbeiten (HA). Mit der Klausur können maximal 40 Punkte erzielt werden, mit den Hausarbeiten können insgesamt maximal 60 Punkte (jeweils maximal 30 Punkte) erzielt werden.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

  • Portfolio-Prüfung:
    Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung
    2 Hausarbeiten: jeweils 10-20 Seiten

Empfohlene Vorkenntnisse

Mathematik: Matrizenrechnung, Lösen von Dgln.; Mechanik: Statik, Dynamik, Festigkeitslehre, FEM-Berechnungen

Wissensverbreiterung

Die Studierenden haben einen Überblick über aktuelle Methoden und Richtlinien zur Lebensdauerabschätzung von Konstruktionen. Sie können geeignete Verfahren zur experimentellen Betriebsfestigkeitsermittlung auswählen und anwenden. Die Studierenden können Simulationsalgorithmen benennen, klassifizieren und anwenden. Sie kennen entsprechende Softwarepakete und können eine praxisrelevante Simulationssoftware anwenden.

Wissensvertiefung

Sie haben dem Stand der Technik entsprechenden Berechnungsmethoden und Softwarepakete zur Lebensdauerabschätzung von Konstruktionen kennengelernt. Sie können Simulationsalgorithmen erklären, abgrenzen und problemorientiert sinnvoll auswählen. Sie können den Einsatz von Simulationssoftware beurteilen und bewerten.

Wissensverständnis

Die Studierenden können komplexe Berechnungs- und Simulationsergebnisse moderner Software verantwortungsvoll und fachlich qualifiziert interpretieren und hinsichtlich Lebensdauerabschätzung und dynamischer Simulation sinnvoll einsetzten.

Nutzung und Transfer

Die Studierenden können Konstruktionen auf der Basis des aktuellen Stands der Technik analysieren, bewerten und optimieren. Die Studierenden können das dynamische Verhalten komplexer Strukturen simulieren und bewerten.

Wissenschaftliche Innovation

Die Studierenden kennen die grundlegenden theoretischen Prinzipien und Anwendungsalgorithmen, um betriebsfeste Leichtbaukonstruktionen zu entwerfen und sie können das dynamische Verhalten mechanischer Strukturen optimieren.

Literatur

Schäffer, T.: Grundlagen und computergerechte Methodik der Mehrkörpersimulation, Springer 2020
Shabana, A. A.: Einführung in die Mehrkörpersimulation, Wiley 2016
Woernle, Ch.: Mehrkörpersysteme: Eine Einführung in die Kinematik und Dynamik von Systemen starrer Körper, Springer Vieweg, 2022
Radaj, D.: Ermüdungsfestigkeit, Berlin [u.a.] : Springer, 2009
Haibach, E: Betriebsfestigkeit: Verfahren und Daten zur Bauteilberechnung, Springer 2006
Naubereit H.;Weihert, J.: Einführung in die Ermüdungsfestigkeit, München [u.a.]: Hanser, Jahr 1999

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Maschinenbau (Master)
    • Maschinenbau M.Sc. (01.09.2025)

  • Informatik
    • Informatik M.Sc. (01.09.2025)

  • Fahrzeugtechnik (Master)
    • Fahrzeugtechnik M.Sc. (01.09.2025)

  • Mechatronic Systems Engineering
    • Mechatronic Systems Engineering M.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Schmidt, Reinhard
    Lehrende
    • Schmidt, Reinhard
    • Schneider, Waldemar