Integriertes neuromuskuloskelettales Assessment und Management
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 11.03.2025.
- Modulkennung
22M0710
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
10.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
In diesem Modul werden die bisher erworbenen Kenntnisse anhand von klinischen Mustern der HWS- und LWS-Region im Zusammenhang mit beitragenden Faktoren sowie Begleiterkrankungen (z.B. Rheuma, Diabetes mellitus, Nervenläsionen/Neuropathien), diskutiert. Hierzu werden zusätzliche manuelle Techniken vermittelt und deren praktische Umsetzung erlernt. Das Hintergrundwissen über Chronifizierungsprozesse von neuromuskuloskelettalen Beschwerden wird vertieft. Zusätzliche Kenntnisse im Bereich des myofaszialen Schmerzsyndroms und des sensomotorischen Kontrollsystemes werden vermittelt. Hervorgehoben wird die Differentialdiagnose und Behandlung verschiedener lumbaler und zervikaler Schmerzpräsentationen im Rahmen des fortgeschrittenen Clinical Reasoning Prozesses. Darüber hinaus werden zusätzlich zervikale und kraniomandibuläre Dysfunktionen in differenzialdiagnostischen Prozessen beleuchtet. Die Studierenden lernen das Continuing Professional Development kennen, in dem therapeutische Fähigkeiten ständig wiederholt, überdacht und verbessert werden. Alle klinischen Fertigkeiten jedes Tehmenkomplexes werden anhand der aktuellen externen Evidenz bezuglich des Themas systematisch reflektiert.
- Lehr-Lerninhalte
Block 1: Mustererkennung von komplizierten neuromuskuloskelettalen Problemen
- Vertiefung von manuellen Fertigkeiten als Folge der diskutierten Mustererkennung
- Assessment von myofaszialen Schmerzsyndromen
- Kenntnisse über gestörte sensomotorische Feedbackmechanismen
- Klinische Expertise und deren Verknüpfung mit Studiendesigns
- Assessment und Management von Nervenschmerzen/Neuropathischen Schmerzen.
Block 2: Beschwerden der zervikalen Wirbelsäule und der Schulter
- Vertiefung der neuromuskuloskelettalen Funktionsdiagnostik und Behandlung der zervikalen Wirbelsäule (oberer Quadrant) - Differenzialdiagnostik von kraniozervikalen, kraniomandibulären und glenohumeralen Syndromen
- Assessment und Management von Instabilitäten des Schultergelenks
IFOMPT-Kriterien: A1, 2, 3; D1, 3, 4, 5, 6, 10; K1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12,13, 14, 15, 16, 17, 18; S1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 300 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 75 Seminar Präsenz oder Online - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 225 Arbeit in Kleingruppen -
- Benotete Prüfungsleistung
- Projektbericht (schriftlich) oder
- Lerntagebuch
- Bemerkung zur Prüfungsart
Die Auswahl der benoteten und unbenoteten Prüfungsarten aus den vorgegebenen Optionen obliegt der jeweiligen Lehrperson. Diese hält sich dabei an die jeweils gültige Studienordnung.
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Für die im Modul zulässigen Prüfungsarten gelten jeweils die folgenden Angaben zum Umfang bzw. zur Dauer.
- Lerntagebuch von ca. 15 Seiten
- Projektbericht, schriftlich: ca. 15 Seiten
Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Kenntnisse aus den im Studiengang behandelten Themenbereichen Anwendung evidenzbasierter Praxis, Klinische Muster in der Physiotherapie und Differentialdiagnose.
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden verfügen über vertiefte theoretische und klinische Kenntnisse in Bezug auf Klassifikation von Kopfschmerzen, spinalen Schmerzen und Nervenschmerzen , deren Behandlung und Management . Sie verfügen über vertiefte theoretische und klinische Kenntnisse im Bereich komplexer Syndrome der Schulter und zervikalen Region. Die Studierenden erweitern ihre Kenntnisse zu Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten der manuellen Therapie und ihre Fertigkeiten im Erkennen von Differenzialdiagnosen und motorischen Kontrollmechanismen v.a. bei neuromuskulären lumbalen und zervikalen und kraniomandibulären Dysfunktionen und Schmerzen. Sie bauen ihr Wissen über Strategien und Prinzipien der manuellen Therapie und der muskulären Kontrolle aus.Neuromuskuloskelettale Prinzipien sind bekannt und können in die manualtherapeutischen Behandlungen integriert werden.
- Wissensvertiefung
Die Studierenden entwickeln eigene wissenschaftliche Fragestellungen auf der Basis ihres umfangreichen theoretischen und klinischen Wissens zum neuromuskulären Assessment und Management bei verschiedenen klinischen Syndromen.
- Wissensverständnis
Die Studierenden integrieren ihr Wissen zu neuromuskulären Assessments und Managementstrategien in die Behandlung komplexer Symptomkonstellationen. Sie sind in der Lage, ihr Wissen und ihr Clinical Reasoning in neuen, unbekannten Fällen anzuwenden und Transfers zu leisten. Dabei entwickeln die Studierenden ihre Clinical Reasoning Fähigkeiten kontinuierlich weiter. Durch die Vernetzung der Wissensgrundlagen mit klinischen Erfahrungen entwickeln sie klinische Muster, auf die sie zugreifen können. Sie nutzen der Situation angemessene, unterschiedliche Reasoning Strategien. In der Auswahl ihrer Clinical Reasoning Strategie sind sie flexibel und schnell. Dabei reflektieren sie ihr Vorgehen selbstständig und kontinuierlich und entwickeln ihre therapeutischen Fähigkeiten im Sinne des Continuing Professional Development weiter.
- Nutzung und Transfer
Durch das Zusammenführen von klinische Fähigkeiten und Evidenz basiertem Wissen wird eine Basis für eine ausgereifte Forschungsfrage gebildet.
Die Studierenden führen klinische Assessments (u.a. differentialdiagnostische Befundung und evidenzbasierte Behandlungstechniken bei Schulter, lumbalen ,zervikalen, kraniomandibularen Dysfunktionen und Schmerzen und Nervenschmerzen durch. Sie integrieren ihr Wissen über Kontraindikationen und Pathologien in ihr Behandlungsmanagement. Die Studierenden wenden die jeweiligen (neuro)muskuloskelettalen Behandlungsstrategien sowie gezielte manualtherapeutische Techniken an. Sie sind in der Lage, verschiedene differenzialdiagnostische Tests der Lumbal-und Zervikalregion, der kraniomandibulären Region und der kraniozervikalen Region anzuwenden und unter Berücksichtigung der Kontraindikationen und Indikationen Behandlungsstrategien zu entwickeln.
- Wissenschaftliche Innovation
Kreativität im Querdenken kann zu einzigartigen Forschungsfragen fuhren
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden legen ihre therapeutischen Entscheidungen transparent dar und erläutern theoretische und klinische Zusammenhänge neuromuskulärer Phänomene. Sie sind in der Lage, ihr Clinical Reasoning zu verbalisieren und ihre Assessment- und Managementstrategien darzulegen. Sie argumentieren ihre Entscheidungen auf der Basis ihres theoretischen Wissens und ihrer klinischen Erfahrungen.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Integration beider Wissensparameter (klinisch und evidenzbasiert) sind Grundlagen, die die IFOMPT-OMT-Rollen" Clinical Expert“, „Leader/Manager“ und „Professional" unterstützen.
- Literatur
- Armijo-Olivo, S., Pitance, L., Singh, V., Neto, F., Thie, N. and Michelotti, A.(2016.)
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- Falla, D, Cook, C, Lewis, J, McCarthy, C, Sterling, M (2024): Grieve’s Modern Musculoskeletal Physiotherapy, Elsevier LTD
- Ballenberger, N (2025): Evidenzbasierte Assessments in der Muskuloskelettalen Physiotherapie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH
- Aktuelle wissenschaftliche Studien, die sich mit der Modulthematik befassen, werden in die Veranstaltungen eingebunden.
- Armijo-Olivo, S., Pitance, L., Singh, V., Neto, F., Thie, N. and Michelotti, A.(2016.)
- Zusammenhang mit anderen Modulen
Das Modul steht im Zusammenhang mit Modulen zu den Themen Klinische Muster in der Muskuloskelettalen Therapie und Differentialdiagnose.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Muskuloskelettale Therapie (Manuelle Therapie – OMT)
- Muskuloskelettale Therapie (Manuelle Therapie - OMT) (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Piekartz, Harry
- Lehrende
- Person unbekannt
- Kapitza, Camilla
- Tampin, Brigitte
- Armijo-Olivo, Susan
- Weitere Lehrende
Gunnar Licht