Angewandte Praxis und Forschung in Motorehabilitation und Reedukation
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 11.03.2025.
- Modulkennung
22M0714
- Niveaustufe
Master
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Kurzbeschreibung
In diesem Modul werden im Rahmen der medizinischen Trainingstherapie verschiedene Trainingsgeräte als Unterstützung von neuromuskuloskelettalen Assessments und Behandlungen getestet und auf ihr Anwendungsgebiet hin überprüft. Darüber hinaus wird der Anwendungsbereich gängiger Messinstrumente aus der Manuellen Therapie auf der Basis von Gütekriterien geprüft und in die Praxis miteinbezogen. Außerdem werden Motor-Learning Prinzipien, wie die neurale Plastizität, Motor Learning und Schmerzmanagement wissenschaftlich intergriert und vertieft und anhand praktischer Forschungsbeispiele analysiert.
- Lehr-Lerninhalte
Block 1 Medizinische Trainingstherapie
- Theorie, Strategien und Prinzipien zu muskulärem Funktionstraining
- Funktion der Trainingsgeräte und Anwendungsmöglichkeiten
- Praktische Anwendung bei verschiedenen neuromuskulären lumbalen und zervikalen Syndromen
Block 2 Angewandte Praxis und Forschung
- Gütekriterien verschiedener Messinstrumente in der Manuellen Therapie
- Praktische Anwendung von Messinstrumente bei unterschiedlichen klinischen Muster
- Auswertung und Interpretation von Messergebnisse im klinischen Kontext Block 3 Testverfahren
- Vertiefung verschiedener instrumenteller Testverfahren (Theorie und Praxis):
- Elektromyographie (EMG)
- isokinetische Messverfahren
- Muskuloskelettaler Ultraschall (MSU)
- Quantitative Sensory Testing (u.a PPT)
- Instrumentelle Bewegungsanalyse
Block 4 Neurale Plastizität, Motor Learning und Schmerzmanagement
- Integration von Motor Learning-Prinzipen in der Manuellen Therapie und die Folgen für das Gehirn
- Mögliche Assessments und Messinstrumente für die individuelle Praxis und Forschung
- Das Selbststudium zu diesem Modul fordert von den Studierenden das Lesen und Bearbeiten von Literatur aus dem Fachgebiet der Motorehabilitation und der Medizinischen Trainingstherapie. Zur klinischen Reflexion werden Übungsgruppen gebildet und Fallstudien sowie praktische Beispiele mit dem Schwerpunkt Motorehabilitation bearbeitet. Zudem beinhaltet das Selbststudium die Vorbereitung von Referaten und praktischen Demonstrationen in Gruppenarbeit. B
IFOMPT-Kriterien: A1, 2, 3; D1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10; K1, 2, 3, 4, 6, 10, 11, 12; S1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 11
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 45 Vorlesung Präsenz oder Online - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 105 Arbeit in Kleingruppen -
- Benotete Prüfungsleistung
- Hausarbeit oder
- Projektbericht (schriftlich)
- Bemerkung zur Prüfungsart
Die Auswahl der benoteten und unbenoteten Prüfungsarten aus den vorgegebenen Optionen obliegt der jeweiligen Lehrperson. Diese hält sich dabei an die jeweils gültige Studienordnung.
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Für die im Modul zulässigen Prüfungsarten gelten jeweils die folgenden Angaben zum Umfang bzw. zur Dauer.
- Hausarbeit von ca. 10-15 Seiten
- Projektbericht schriftlich: ca. 15-20 Seiten
Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Kenntnisse aus den Themenbereichen Klinische Muster in der Manuellen Therapie und Vertiefung der motorischen Kontrolle.
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden verfügen über breite Kenntnisse der Mechanismen von Neuroplastizität und Motor Learning in der Manuellen Therapie. Sie sind in der Lage, diese Prinzipien auf komplizierte Syndrome und klinische Muster zu transferieren, wie z. B. bei Whiplash Associated Disorders (WAD), Complex Regional Pain Syndrom (CRPS), Schulterinstabilität, Karpaltunnelsyndrom (CTS) oder orofaziale Syndrome. Die Studierenden verfügen über breites, forschungsbasiertes Wissen bezüglich aktueller Schmerzmanagementstrategien von Patienten mit chronischen Schmerzen im neuromuskuloskelettalen System. Die Studierenden haben vertiefte Kenntnisse über aktuelle Messinstrumente und Assessments, die im Rahmen der Manuellen Therapie in Klinik und Forschung angewendet werden. Sie kennen Gütekriterien verschiedener Messinstrumente in der Manuellen Therapie.
- Wissensvertiefung
Die Studierenden erweitern ihre Kenntnisse zu Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten von Medizinischer Trainingtherapie und motorischer Kontrollsysteme motorische kontolle und der Medizinischen Trainingstherapie (MTT), v. a. bei neuromuskulären lumbalen und zervikalen Syndromen. Sie bauen ihr Wissen über Strategien und Prinzipien der MTT aus. Neuromuskuloskelettale Prinzipien sind bekannt und können in die manualtherapeutischen Behandlungen integriert werden.
- Wissensverständnis
Die Studierenden integrieren ihr Wissen über Prinzipien des Motor Learning und zu Messinstrumenten in komplexe Therapiesituationen. Sie fällen auf der Grundlage ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse zu aktuellen Methoden und Designs fundierte Entscheidungen bezüglich der Auswahl von Messinstrumenten. Sie können in eigenen Forschungsprojekten wie z. B. der Masterarbeit eigenständig Messinstrumente und Assessments auswählen und anwenden.
- Nutzung und Transfer
Die Studierende können das Gelernte in die Praxis umsetzen und so klinische Forschungsfragen generieren
Die Studierenden führen medizinische Trainingstherapien bei lumbalen und zervikalen Syndromen durch. Die Studierenden wählen Messinstrumente und Assessments der Manuellen Therapie fallbezogen und nach wissenschaftlichen Gütekriterien aus. Sie wenden verschiedenste aktuelle Messinstrumente und Assessments in der Manuellen Therapie an. Sie interpretieren die Ergebnisse vor dem Hintergrund von Gütekriterien und Anwendungsbereich. Die Studierenden gestalten ihre praktische Tätigkeit auf wissenschaftlichem Niveau. Sie setzen verschiedenste Evaluationsinstrumente ein, z. B. Fragebogen, Goniometer, Inklinometer, Isokinetik, Elektromyographie, 2D- und 3D-Markersysteme, Strukturmessinstrumente, Sonographie und Radiologie sowie dem Quantitative Sensory Testing und werten die entsprechenden Ergebnisse aus.
- Wissenschaftliche Innovation
Durch die Kombination von Evidenz-Grundlagen und neuem Unterricht (Fähigkeiten, Theorien und Modelle) kann eine neue wissenschaftliche Frage in diesem Bereich entstehen.
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden sind in der Lage, neuromuskuloskelettale Fragestellungn fachlich, evidezbasiert und methodisch fundiert zu diskutieren und Fragestellungen zu beantworten und zu präsentieren.
Die Studierenden legen die Anwendungsmöglichkeiten und Gütekriterien verschiedener Messinstrumente und Assessments in der Manuellen Therapie gegenüber Fachvertretern oder Kollegen dar. Sie übernehmen die Verantwortung im Team für die Integration neuester Methoden in die klinische Praxis und argumentieren diese.
- Literatur
- Boissonault W (1995): Examination in Physical Therapy Practice. Screening for Medical Diseases (2nd Ed). Churchill Livingstone -Boyling JD,
- Jull G (2005) Grieve’s Modern Manual Therapy – The Vertebral Column. Elsevier - Churchill Livingstone, Edinburgh
- Froböse I, Nellessen-Martens G, Wilke C (2009): Training in der Therapie. Grundlagen und Praxis. 3. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer-Verlag, München
- Frommelt P, Grötzbach H (Hrsg.) (1999): Neurorehabilitation. Blackwell, Oxford
- Goodmann C, Snyder T, Differential Diagnosis for Physical Therapists, Screening for Saunders/Elsevier, St Louis, 2022(9th version)
- Henningsen H, Ende-Henningsen B (1999): Neurobiologische Grundlagen der Plastizität des Nervensystems. In: Frommelt P, Grötzbach H (Hrsg.): NeuroRehabilitation. Black-well, Berlin, 29-40.
- Hollmann W, Strüder HK (2009): Sportmedizin: Grundlagen für körperliche Aktivität, Training und Präventivmedizin, 5. Auflage. Schattauer-Verlag, Stuttgart
- Konrad P (2005): EMG-Fibel: eine praxisorientierte Einführung in die kinesiologische Elektromyographie. Eigenverlag, Köln
- Laube W (Hrsg.) (2009): Sensomotorisches System - Physiologisches Detailwissen für Physiotherapeuten. Thieme-Verlag, Stuttgart Lundy-Ekman, L (2013): Neuroscience. Fundamentals for Rehabilitation, Elsevier, Saunders, St. Louis
- Möller D, Backes K. Fachwissen Elektromyographie: Von der Biomechanik zur klinischen Anwendung. manuelletherapie 2017;21(2):88-95.
- Pfund R, Fritz Zahnd F (2005): Differentiation, Examination and Treatment of Movement Disorders in Manual Therapy. Elsevier.
- Pfund R, Laube R, Zahnd F (2010): In 7 Phasen zum Erfolg - ein Programm für Patienten mit Hüft- oder Knie-TEP. pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten 62: 44-47
- Reiman MP, Manske RC (2009): Functional Testing in Human Performance. Human Kinetics, Champaign Weiterführende Literatur und Hinweise wurden in einem Reader zusammengefasst.
- Zusammenhang mit anderen Modulen
Das Modul steht im Zusammenhang mit Themen aus dem Modul Klinische Muster in der Manuellen Therapie und Vertiefung der motorischen Kontrolle.
Die in diesem Modul erworbenen Kenntnisse können außerdem je nach Thema im Rahmen der Masterarbeit angewandt werden.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Muskuloskelettale Therapie (Manuelle Therapie – OMT)
- Muskuloskelettale Therapie (Manuelle Therapie - OMT) (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Piekartz, Harry
- Lehrende
- Person unbekannt
- Möller, Dirk
- Piekartz, Harry