Vertiefung Gartenbau
Warum Gartenbau?
Warum Gartenbau?
Der Gartenbau ist innovativ und abwechslungsreich wie kein anderer Bereich in der Pflanzenproduktion. Zu seiner breiten Produktpalette gehören Topfpflanzen, Schnittblumen, Stauden, Gehölze, Obst, Gemüse sowie Arznei- und Gewürzpflanzen und Speisepilze. Seit einigen Jahren werden auch Mikroalgen für die Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie produziert, die als ein Schlüsselrohstoff der Zukunft gelten.
Das Spektrum der gartenbaulichen Kulturverfahren reicht von dem Anbau im Feld über die Gewächshausproduktion bis hin zur Vermehrung von Pflanzen in Laboren mittels der in-vitro-Kultur. Die Zukunft geht aber noch viel weiter: High-Tech-Ansätze wie voll klimatisierte Indoor-Farmen ermöglichen es, z. B. Gemüse auch in städtischen Ballungszentren zu erzeugen. LED-Leuchten ersetzen hier das Sonnenlicht und anstelle von Erde dienen Nährlösungen als Wachstumsgrundlage. Hydroponik, Aquaponik und Aeroponik sind einige der Schlüsselbegriffe für diese modernsten Formen des Gartenbaus. Schon heute versorgt sich ein Forschungsteam in der Antarktis auf diesem Weg mit frischen Lebensmitteln. Astronautinnen und Astronauten, die künftig zum Mond oder Mars fliegen, soll diese Technologie in Langzeitmissionen ein autarkes Überleben sichern.
Die gartenbauliche Pflanzenproduktion bietet also viele spannende und zukunftsweisende Aufgaben, für die kluge Köpfe gesucht werden. Mit der Vertiefung Gartenbau des Studiengangs Angewandte Pflanzenbiologie können Sie sich wissenschaftlich fundiert und praxisnah auf eine Karriere in dieser vielseitigen grünen Branche vorbereiten.
Sie wollen genauer wissen, welche Möglichkeiten und Perspektiven im Gartenbau liegen? Dann können Sie sich hier noch weiter informieren:
Gartenbauliche Produkte sind ein unverzichtbarer Bestandteil unseres täglichen Lebens. Obst und Gemüse bilden die Grundlage für eine gesunde, abwechslungsreiche und schmackhafte Ernährung. Zahlreiche medizinische Studien weisen darauf hin, dass diese vitaminreichen Lebensmittel zur Vorbeugung einer Reihe von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume beeindrucken durch ihre anmutige Schönheit und wohlriechende Düfte. In Gärten und Parks, aber auch in Innenräumen verschaffen sie uns ein belebendes und wohltuendes Umfeld. Zukünftig werden die Erzeugnisse des Gartenbaus aber immer stärker auch für andere Zwecke benötigt, beispielsweise zur Herstellung von natürlichen Arzneimitteln, Kosmetika und Farbstoffen. Mikroalgen sind derzeit noch ein Nischenprodukt, haben aber als kleine grüne Zellfabriken ein enormes Potenzial, um sehr effizient nachwachsende Rohstoffe für vielfältige Anwendungen in der Industrie zur produzieren.
All diese Produkte des Gartenbaus entstehen heute meist in spezialisierten Betrieben unter Einsatz moderner Produktionstechniken. Um wirtschaftlich zu sein, sind die Anforderungen des Marktes zu erfüllen und müssen die Kulturverfahren beherrscht werden. Dabei unterscheidet sich die Produktion z. B. einer Tomate in den Abläufen und Rahmenbedingungen nicht grundsätzlich von der Fertigung eines Autos. Der Geschmack des Kunden ist zu treffen und der Einsatz von Betriebsmitteln und Technik ist zu optimieren. Es sind Entscheidungen über den Arbeitskräfteeinsatz und den Grad der Automatisierung notwendig. Schlussendlich, nach der Vermarktung der Produkte, muss die Ökonomie des Unternehmens stimmen.
Allerdings, in einem zentralen Punkt unterscheidet sich die gartenbauliche Produktion von der Herstellung eines Autos oder anderer technischer Güter: Hier werden lebende Produkte erzeugt, deren Entwicklung und Qualität entscheidend durch natürliche Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Wasser beeinflusst werden. Hinzu kommt, dass Schaderreger wie Pilze und Insekten, Nährstoffmangel oder auch ungünstige Bodeneigenschaften das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen können. Unter diesen Gegebenheiten dennoch verlässlich gute Erträge und Qualitäten zu produzieren, ist eine große Herausforderung. Gleichzeigt liegt in dieser Arbeit mit der Natur aber auch der besondere Reiz, den der Anbau von Obst, Gemüse, Zierpflanzen und Gehölzen mit sich bringt.
In der Vertiefung Gartenbau des Studiengangs Angewandte Pflanzenbiologie befassen Sie sich ausführlich mit allen Themenfeldern, die für eine erfolgreiche Produktion von gartenbaulichen Kulturen wichtig sind. Aufbauend auf naturwissenschaftlichen und botanischen Grundlagen werden im Studium alle Anbaufaktoren zur Steuerung des Pflanzenwachstums behandelt. Gleichzeitig befassen Sie sich mit den verschiedenen Produktionsverfahren des Gartenbaus, einschließlich der hier eingesetzten Technologien. Auch betriebswirtschaftliches Wissen für die gartenbauliche Produktion und Konzepte zur erfolgreichen Vermarktung der Erzeugnisse gehören zu den Ausbildungsinhalten. Im Studienverlauf können Sie sich auf eine der vier Anbausparten - Obstbau, Gemüsebau, Zierpflanzenbau oder Baumschule – spezialisieren. Weitere wichtige Aspekte der Pflanzenproduktion, wie z. B. Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Gartenbautechnik oder Gartenbauökonomie, können ebenfalls vertieft werden.
Das Studium richtet sich an junge Menschen mit einer Hochschulzugangsberechtigung, die Interesse an der Produktion von gartenbaulichen Erzeugnissen wie Obst, Gemüse, Zierpflanze oder Gehölze haben. Studieninteressierte ohne berufliche Vorkenntnisse sind genauso angesprochen wie Personen, die bereits über eine praktische Ausbildung im Gartenbau oder verwandte Berufe verfügen und nun den nächsten Schritt in ihrer beruflichen Karriere anstreben.
Absolventinnen und Absolventen der Studienvertiefung Gartenbau eröffnen sich vielfältige, interessante Berufsperspektiven. Sie sind vorrangig in der gartenbaulichen Produktion tätig, also im Obst- und Gemüsebau sowie im Zierpflanzenbau und in der Baumschulproduktion. Weitere Tätigkeitsfelder liegen in der Anbauberatung, im Bereich des gartenbaulichen Handels und im Vertrieb der Zulieferindustrie, die z. B. Jungpflanzen oder Substrate für den Gartenbau produzieren (Beruf & Karriere). Zur Weiterqualifikation für Führungspositionen in Industrie und Forschung können ein Masterstudium und dann noch eine Promotion angeschlossen werden.